Einleitung

Aus Digitaler-Tachograph.org

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Allgemeines

Durch die EWG Verordnung 3821/85 ist die Verwendung des digitalen Tachographen in Neufahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5t sowie für Busse mit mehr als 9 Sitzplätzen Pflicht geworden.

Die Voraussetzungen für die Konstruktion, den Test, die Installation und die Inspektionen des digitalen Tachographen werden in der EU-Verordnung 1360/2002 beschrieben.

Die Verordnung enthält die wesentlichen Inhalte zur Software und Hardware.

Es ergeben sich diverse Konsequenzen aus dieser EU-Verordnung. Durch die digitale Datenverarbeitung sind nun die Unternehmer in der Pflicht, die gesammelten Daten in ihre EDV (sofern bereits vorhanden) zu übernehmen und auszuwerten. Verstöße gegen die gesetzlichen Vorschriften werden direkt auf die Unternehmer übertragen.

Den EDV Verfahren kommt hierbei nun eine wesentlich stärkere Bedeutung zu als bisher. Diese müssen nicht nur die geforderten EDV-technischen Bedingungen erfüllen, sondern müssen auch in die Unternehmens-Organisation eingebunden werden, um einen reibungslosen Ablauf des Tagesgeschäfts zu gewährleisten.

Die Daten werden auf den Fahrerkarten für 28 Tage vorgehalten, d.h. die Fahrerkarten müssen dementsprechend ausgelesen und die Daten in der EDV gespeichert werden. Weiterhin müssen die aufkommenden Daten in den Fahrzeugeinheiten ausgelesen und ebenfalls in der EDV gespeichert werden. Sind Lücken in den Datenbeständen vorhanden, so befinden sich die Unternehmer in der unangenehmen Lage ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen zu sein.

Weiterhin sind die aufkommenden Daten nicht nur zu revisions-sicher zu sichern, sondern auch selbständig auf Verstöße zu kontrollieren. Hier sind die Unternehmer nun stärker in der Pflicht, ihre Fahrer zu kontrollieren, da sie nun selbst in der Verantwortung stehen. Ohne entsprechende EDV Verfahren ist diese Kontrolle nun nicht mehr möglich.

Das Projekt opendtacho.org

Das Projekt opendtacho.org widmet sich nun genau diesen Aufgabenstellungen mit der Sicht eine EDV basierte Lösung im Sinne der Unternehmen zu schaffen, wobei dort vor allem auch organisatorische Gesichtspunkte zu berücksichtigen sind. Eine EDV basierte Lösung sollte sich dementsprechend in die Unternehmens-Prozesse eingliedern und die Unternehmensprozesse unterstützen und nicht nur ein EDV Verfahren für die gesetzliche Vorschriften zu schaffen.

Die Einbindung von Unternehmen, welche die Praxis aus dem Tagesgeschäft beherrschen, ist dafür maßgeblich. Betroffen sind von der EU Verordnung Unternehmen, welche nur wenige LKWs betreiben, wie auch Unternehmen, welche an unterschiedlichen Standorten viele LKWs betreiben, bishin zu LKW Vermietungen, welche ganz andere Anforderungen an die entsprechende EDV stellen.

Spezielle Probleme entstehen, falls ein Fahrer für diverse Auftraggeber auf deren LKWs fährt, da in diesem Falle die Fahrzeiten des jeweiligen Fahrers aktuell abgerufen werden müssen, um Verstößen vorbeugen zu können. Weiterhin stellen Fahrer, welche nicht standort-gebunden sind, die EDV vor zusätzliche Probleme. Die Fahrerdaten müssen in der Zentrale vorliegen und verarbeitet werden, allerdings ist der Fahrer nie dort vor Ort.

Eine Unternehmens-Software muss also in der Lage sein auf unterschiedliche Problemstellungen flexibel zu reagieren, bzw. vom Design her so ausgerichtet sein, die verschiedenen Lösungsansätze abbilden zu können. Im Kapitel „Implementierung“ wird solch ein Ansatz vorgestellt.

Warum OpenSource?

Durch die Vielzahl der Anforderungen an eine Unternehmens-Software wird eine modulare Softwarelösung unumgänglich sein. Weiterhin werden diverse Konnektoren und Schnittstellen zu bereits vorhandenen Verfahren notwendig sein, um eine solche Software in die Unternehmens-EDV und in die Unternehmens-Organisation einzubinden. Ebenso sollen diverse Hardware- und Betriebssystem-Plattformen unterstützt werden.

Daher wird die entwickelte Software quelloffen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt, so dass interessierte Unternehmen die Software an ihre Bedürfnisse anpassen können, und diese Anpassungen dann wieder zurückgeben können. Die Einbindung verschiedener Unternehmen in den Entwicklungs-Prozess erhöht die Effizienz der Entwicklung, da ein ganzheitlicher Ansatz die Entwicklung von Einzel-Lösungen und Anpassungen nicht erforderlich macht und die Erfahrungen direkt in die Entwicklung einfließen können.


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